Die Strukturale Medienbildung ist eine noch recht junge medienpädagogische Forschungsrichtung, welches auf Basis der strukturalen Bildungstheorie von Winfried Marotzki (1990) Bildungsprozesse und -potentiale im Kontext medialer Architekturen untersucht. Begründet wurde der Ansatz von Marotzki und Jörissen (2009) und versteht sich als Gegenentwurf zu Konzepten von Medienkompetenz. Das Seminar thematisiert primär anhand von Literatur die Entstehung des Forschungsansatzes und den anhaltenden Diskurs.

Anhand von Spielfilmen sollen die spezifischen Eigenschaften und Ausprägungsformen von Jugendkultur in der medialen Darstellung untersucht werden. Im Rahmen der Veranstaltung wird eine kurze Einführung in die neoformalistische Filmanalyse nach Bordwell & Thompson erfolgen und es wird ein Fokus auf die Methodologie und das Entwickeln einer filmspezifischen Methode zur Analyse gelegt. In der ersten Hälfte des Seminars wird anhand von Lektüre die Methode erörtert, im weiteren Verlauf soll eine detaillierte Filmanalyse eines thematisch passenden Films gemeinsam erarbeitet werden. 

Das Seminar beschäftigt sich mit Phänomenen von Hackerkultur und weiteren netzkulturellen Gruppierungen sowie deren medialer Darstellung. Dabei wollen wir uns einen Überblick über historische und gegenwärtige Entwicklungen verschaffen und insbesondere herausfinden, ob man überhaupt von der einen Netzkultur sprechen kann. Das Seminar ist als explorative Gruppenarbeit konzipiert, wir werden uns mit diversen Bereichen von Hacker- und Netzkultur beispielhaft beschäftigen. In der ersten Hälfte des Seminars werden Sie sich selbstständig mit einigen Beispielen auseinandersetzen, diese kennenlernen und der restlichen Gruppe präsentieren. In der zweiten Hälfte werden wir uns gemeinsam einige mediale Darstellungen von Hacker- und Netzkulturen anschauen, hier geht es stärker darum sich diesen Darstellungen strukturanalytisch aus Sicht der Medienbildung zu nähern.

Das Seminar widmet sich der Lektüre des Sammelbandes "Von der Bildung zur Medienbildung", der die Diskussion um den Begriff der Medienbildung aus zahlreichen Perspektiven zu beleuchten und weiterzuentwickeln versucht. Dabei orientiert sich der Band als Festschrift signifikant an der Arbeitsbiografie von Prof. Dr. Winfried Marotzki und seinen Beiträgen zur Pädagogik, zahlreiche seiner Wegbegleiter sind mit Artikeln vertreten. Ziel des Semiars ist es daher sich mit einer großen Bandbreite pädagogischer Themen und Protagonisten zu befassen.