Ziel der Lehrveranstaltung ist die Vermittlung der begrifflichen Grundlagen der Medienpädagogik. Dabei werden anhand eines Textarchivs maßgebliche Autor*innen (z. B. Dieter Baacke, Judith Butler, Michel Foucault, Pierre Bourdieu, Norbert Meder, Horst Niesyto et al.) präsentiert, um die entscheidenden theoretischen (und praktischen) Grundlagen der medienpädagogischen Problemstellungen und ihrer Wissenschaftstheorie zu diskutieren. Folgende Schwerpunkte der Medienpädagogik bilden den thematischen Bogen der Lehrveranstaltung:

  • Medienkompetenz (als kommunikative Kompetenz)
  • Diskursanalyse (Close & Distant Reading)
  • Medienperformanz
  • Medientheorien I
  • Medientheorien II
  • Feministische Medienbildung (Doing Gender)
  • Macht, Souveränität, Herrschaft
  • Soziale und mediale Räume
  • Medialer Habitus
  • Kybernetik und Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
  • Behaviorismus & Konstruktivismus
  • Digitale Grundbildung (Schule 4.0)
  • Handlungsorientierte Medienpädagogik
Literatur

Baacke, Dieter (1999h): Medienkompetenz als zentrales Operationsfeld von Projekten, in: Baacke, Dieter/Kornblum, Susanne/Laufer, Jürgen/Mikos, Lothar/Thiele, Günther A. (Hg.) (1999e): Handbuch Medien: Medienkompetenz. Modelle und Projekte, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), 31–35, online unter: http://www.gmkpb.de/bibliothek/baacke_meko.html  (letzter Zugriff: 05.05.2018).

Zur Einführung empfiehlt sich eine erste Sichtung der zahlreichen Ausgaben der medienpädagogischen Fachzeitschrift www.medienimpulse.at.

Bemerkung

Die Lehrveranstaltung wird zur Gänze im Sinne des Distance Learnings abgehalten. Über die Zugangsdaten zum Zoom-Raum der Lehrperson werden die Teilnehmer*innen zeitgerecht informiert.


Kommentar

Angesichts der aktuellen Debatten zu Kybernetik, Künstlicher Intelligenz (KI), Post- bzw. Transhumanismus oder Digitalem Kapitalismus steht erneut die brisante Frage nach dem Unterschied von Menschen und Maschinen im Raum. Bemerkenswert ist dabei, dass in jüngerer Zeit auch vonseiten der Techniker*innen und Informatiker*innen die Frage nach einer Medienethik gestellt wird, die derzeit in der Community anhand der Begriffsfügung des „Digitalen Humanismus“ breit diskutiert wird. Können also Maschinen überhaupt Emotionen, Schmerzen, Krea(k)tivität oder Spontaneität zeigen? Und wie weit können Menschen wie Computer denken oder argumentieren (Computational Thinking)? Und müssen Menschen fast schon als Maschinen funktionieren? Diese und andere thematisch wichtige Fragen sollen im Rahmen der Lehrveranstaltung aus spezifisch medienpädagogischer Perspektive in den Raum gestellt und möglichst gemeinsam beantwortet werden.

Literatur
  • Barberi, Alessandro (2020, im Druck): Medienpädagogische Elemente einer Medienethik nach Dieter Baacke: Psychoanalyse, Sprachspiel und Diskursethik als Voraussetzungen eines digitalen Humanismus, Baden-Baden: Nomos, Autorenversion online unter: https://we.tl/t-8fYub6gMvW (letzter Zugriff: 01.10.2020).
  • Krämer, Sybille (1998): Medien – Computer – Realität – Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien, Frankfurt am Main: Suhrkamp, Verlagsseite mit Leseprobe online unter: https://tinyurl.com/y5ec2dh9 (letzter Zugriff: 01.10.2020).
  • Nida-Rümelin, Julian/Weidenfeld Nathalie (2018): Digitaler Humanismus. Eine Ethik für das Zeitalter der Intelligenz, München: Piper, Verlagsseite mit Leseprobe online unter: https://tinyurl.com/y5wwqhl3 (letzter Zugriff: 01.10.2020).
  • Staab, Philipp (2019): Digitaler Kapitalismus. Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit. Berlin: Suhrkamp, Verlagsseite mit Leseprobe online unter: https://tinyurl.com/yyfao8jr (letzter Zugriff: 01.10.2020).
  • Wiener Manifest für den Digitalen Humanismus (2019), online unter: https://tinyurl.com/y8nf5cyg (letzter Zugriff: 01.10.2020).
Bemerkung

Das Seminar wird zur Gänze im Sinne des Distance Learnings abgehalten. Über die Zugangsdaten zum Zoom-Raum der Lehrperson werden die Teilnehmer*innen zeitgerecht informiert.

Voraussetzungen

Bitte schreiben Sie sich im o.g. Zeitraum über das LSF in die Veranstaltung ein. Das ist vor dem Hintergrund der Corona-Situation sowohl für die Planung als auch für die Möglichkeit der Kontaktaufnahme per Mail erforderlich. Wenn Sie noch keinen LSF-Zugang haben oder die Einschreibefrist verpasst haben, dann wenden Sie sich per E-Mail direkt an den Lehrenden (alessandro.barberi@ovgu.de).