Anders als im öffentlichen Diskurs wird Bildung in (erziehungs)wissenschaftlichen Kontexten nicht mit Qualifikation (Verfügungswissen) gleichgesetzt. Bildungsprozesse werden vielmehr über das Reflexionsniveau (Orientierungswissen) bestimmt. Entsprechend fokussiert qualitative Bildungsforschung "den Aufbau, die Aufrechterhaltung und die Veränderung von Welt- und Selbstreferenzen" (Marotzki 1999, S. 335) i.S.v. von Arten und Weisen, Sinn und Bedeutung bezüglich der eigenen Person und der Welt herzustellen. Im Rahmen dieses Seminars findet eine vertieftere Einarbeitung in die Methoden und Methodologien (verstärkt Interaktionsanalysen und rekonstruktive Verfahren) qualitativer Bildungsforschung statt – zum einen in der Auseinandersetzung mit exemplarischen Studien und zum anderen bei der Konzeption eigener (Gruppen)Forschungsprojekte. Schwerpunkte sind dabei die reflexive Entwicklung einschlägiger Forschungsfragestellungen und die Vorbereitung der Datenerhebung.